Welches Graphikformat 'passt'?

Selbst unter den Pixelformaten gibt es mehr Möglichkeiten für Bilder als sich übersehen lässt.

Für den Austausch bzw. generellen Einsatz kommen jedoch nur einige wenige in Betracht, denn ein überlegenes Format, das der Empfänger nicht lesen oder der Sender nicht schreiben kann, ist offenbar allenfalls 'Zukunftsmusik'.

BMP, das native Format  unter Windows, ist für den generellen Einsatz nicht zu empfehlen, denn es ist eigentlich auf Windows-Rechner beschränkt. Ausserdem sind weder die Anzahl der Farben noch die Kompression festgelegt, d.h. BMP ist nicht BMP.

GIF, 25 K
JPG, 9 K
GIF, 19 K

GIF steht auf praktisch jedem Rechner der Welt zur Verfügung und bietet sich insbesondere für das WWW an, denn die Browser der ersten Stunde unterstützen es. Die weiteren Vorteile sind:

  1. Verlustlose Kompression
  2. Transparenz
  3. Animation möglich
  4. inzwischen frei von Lizenzen

Die Nachteile sind:

  1. Höchstens 256 Farben
  2. Kompression nicht immer optimal
  3. Kein Alpha-Kanal

1) meint, dass die Kompression umkehrbar ist (sie produziert auch keine Artefakte).
2) erlaubt z.B. runde Ecken bzw. scheinbar nicht rechteckige Bilder.
3) ist quasi ein 'Daumenkino' (nicht hocheffizient).
4) hat u.a. die Konsequenz, dass GIF universell verbreitet ist
5) ist praktisch ein 'no go' für Photos
6) zeigt sich z.B. im Vergleich zu JPEG
7) meint, dass es keine Abstufungen der Transparenz gibt

JPG, 15 K
JPG, 4 K, Kompressionsartefakte
GIF, 9 K, 32 Farben

JPEG bzw. JPG ist das 2. Standardgraphikformat im WWW. Die Vorteile sind eine effektive - aber verlustbehaftete - Kompression und über 16 Millionen Farben. Transparenz ist nicht möglich. Die Unterstützung durch die Browser ist so gut wie bei GIFs. Die verlustbehaftete Kompression verbietet es, JPGs für Archive zu nutzen, denn das Original lässt sich ja nicht wieder gewinnen. Mit jedem Zyklus Lesen-Schreiben verschlechtert sich das Bild theoretisch weiter.

PNG ('ping') ist uneingeschränkt als Austausch- und Archivformat (verlustlose Kompression) zu empfehlen. Es kann im WWW sowohl das GIF- (bis auf Animationen) als auch das JPEG-Format mit folgenden Einschränkungen ersetzen:

  1. Der Internet-Explorer bis zur Version 6 kann nicht mit Alpha-Transparenz umgehen.
  2. Die Kompression ist bei JPEGs meistens besser.

Der Vorteil der Alpha-Transparenz lässt sich am obigen, 'runden' GIF veranschaulichen. Der Treppeneffekt lässt sich durch Antialiasing verhindern. Dabei würden Pixel mit Farbwerten zwischen dem Weiß des Hintergrundes und dem des Bildes einen 'sanften' Übergang ergeben. Transparenz bedeutet aber, dass die Hintergrundfarbe undefiniert ist. Hier liefert Alpha-Transparenz die Lösung.

Ein Ping auf verschiedenen Hintergründen

TIFF bzw. TIF ist in der Theorie ein universelles Format (nicht im WWW), das für Archive und zum Austausch geeignet sein sollte. Es bietet verlustlose Kompression und 'Bildserien' (z.B. für mehrseitige FAXe) aber keine Animation und Transparenz.

In der Praxis ist zu beachten, dass sich immer ein TIFF finden lässt, das mit einem gegebenen Programm nicht zu öffnen ist. (Zu viele Formate in einem.)



Anmerkungen

  1. Die vorgestellten Formate enthalten z.T. mehr oder weniger nützliche Zusatzinformationen. (Angaben zur Kamera, Auflösung, Datum der Aufnahme, benutztes Programm, Copyright-Vermerk, ...)
  2. Flash wird zwar gelegentlich wie ein GIF oder gar JPEG verwandt, gehört aber in eine ganz andere Kategorie. Es ist eher mit Powerpoint vergleichbar.

Fazit

Für eigene Zwecke benutzt jeder das Format, das ihm gefällt.
Dito fürs eigene Archiv.
Im WWW kommen GIFs, JPEGs und mit Einschränkungen PNGs in Frage.
Für den Austausch ist PNG das Mittel der Wahl.






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