

"vhd mount in xp" - beschreibt zwar recht genau das Thema, mit dem wir uns hier befassen, mag aber wohl etwas unverständlich für denjenigen sein, der nicht nach einer Möglichkeit sucht, Abbilder (Images) einer Festplatte (wie sie z.B.
disk2vhd erstellt) unter Windows XP zugänglich zu machen. Dazu muss man wissen, dass unter den professionellen Versionen des Windows-Betriebssystems die Technik vdh-Images zu mounten, kein Problem darstellt. Anders ist es unter Windows XP.
Das allgemeine Interesse an diesem Thema kann vielleicht der Hinweis wecken, dass disk2vhd (frei erhältlich von Microsoft) im laufenden Betrieb ein komplettes Backup einer Festplatte erstellen kann. Diese Möglichkeit eine Festplattensicherung zu erstellen, scheint ausserordentlich verlockend zu sein, denn lästige Wartezeiten werden vermieden. Gänzlich kontraproduktiv ist es indes, wenn das so erzeugte Backup zwar prinzipiell vorhanden ist, im Bedarfsfall aber nicht mehr angezeigt werden kann. Neben der eminenten Bedeutung, ein Backup zugänglich zu haben, sei auch auf den generellen Nutzen eines Images von Laufwerken hingewiesen, der Mac-Usern von dmg-Dateien und Linux-Freunden z.B. vom loop-device schon länger vertraut ist.
Für Windows XP lässt sich die Funktionalität, eine virtuelle Festplatte wie eine reale Platte dem System hinzuzufügen, mit
Microsoft Virtual Server 2005 R2 SP1 - Enterprise Edition nachrüsten. Die Installation kann sich auf die Komponente »VHD Mount« beschränken. Sollte die Installation nicht möglich sein, so kann mit msiexec das setup-Programm entpackt werden. Dann erfordert die Installation der Komponente »VHD Mount« etwas Handarbeit. (Microsoft behindert den Download gern mit der Forderung einer Windows Live ID und stellt auch Versionen ohne die Komponente »VHD Mount«bereit.)
Der »Microsoft Virtual Server Storage Bus« verhält sich ähnlich wie der »Universal Serial Bus« (USB) beim Einstecken (Mounten) eines Gerätes. In der Task-Bar erscheint ein Balloon-Tip, neue Hardware sei erkannt worden, Treiber würden gesucht werden. Ohne Hilfe kommt Windows XP aber auch diesmal nicht zum Ziel.
Wurde eine vhd-Datei einmal erfolgreich unter XP gemountet, so ist fortan der "Storage Bus" so einfach wie USB. Mit etwas Scripting lässt sich sogar die Kommandozeile vermeiden.
Das "Mounten" ist übrigens wirklich ein solches, denn den Partitionen der virtuellen Platte werden – so es keine anderweitigen Obstruktionen gibt – Laufwerksbuchstaben zugeordnet. Die Platte scheint auch writeable zu sein. Ob Daten aber permanent in der vhd-Datei landen, ist eine andere Frage. Tatsächlich fehlt unter XP der »Virtual Disk Service«, sodass andere Parameter fürs Mounten und Unmounten nur eine entsprechende Fehlermeldung liefern. Mithin lässt sich nicht wirklich auf die virtuelle Platte schreiben – was ja auch von Vorteil sein kann.
Eine interessante Alternative zu vhdmount.exe eröffnet sich mit
ImDisk. Die Software ist zunächst geeignet das Raw-Image einer Festplatte als Laufwerk einzubinden. Somit kann z.B. ein Image, das für Ata-Over-Ethernet erstellt wurde, gemountet werden. CD/DVD-Images sind aber ebenso möglich. Mit dem Programm devio.exe, das der ImDisk-Autor
Olof Lagerkvist ebenfalls zum Download anbietet, kann ImDisk statt eines lokalen Images auch ein von devio.exe exportiertes Laufwerk eines weiteren Rechners einbinden. Da devio.exe auch mit vhd-Dateien richtig umgehen kann, erhält man so durch die Kombination von devio.exe und ImDisk Zugriff auf eine (nicht lokale) vhd-Datei.
StarWind Software Inc. bietet ein Programm zum Konvertieren von Images frei zum
Download an. Insbesondere ist es mit dem Programm möglich, zwischen dem vhd- und dem raw-Format zu konvertieren. Da sowohl das "rohe" Abbild einer Partition wie das einer vollständigen Platte "zugreifbar" sind, ist durch die Umwandlung vhd -> img ein weiterer Weg zum Zugriff auf eine vhd-Datei unter Windows gegeben. Das ist deshalb interessant, weil es Unterschiede zwischen vhd-Dateien hinsichtlich der Kompatibilität mit verschiedenen Programmen gibt. So lässt sich z.B. Windows 7 nicht in jede vhd-Datei installieren, bzw. aus dieser booten. Es kann daher nicht überraschen, dass vhdmount gelegentlich an einer vhd-Datei scheitert. Die Umwandlung einer vhd-Datei (growable) in eine vhd-Datei (pre-allocated) mit dem Image Converter kann vhdmount u.U. nötige Hilfestellung leisten.
