

Tipps für Typo3-RedakteurInnen
Während im Printbereich GrafikerInnen und SetzerInnen bzw. MediengestalterInnen für einen gefälligen Umbruch sorgen, stehen WebredakteurInnen Wortungetümen wie der berüchtigten "Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänsmütze" scheinbar hilflos gegenüber. Im Web, so haben WebredakteurInnen gelernt, lässt man die Hände von erzwungenen Trennungen! Da – anders als die gekünstelt wirkende Wortkombination vermuten lässt – solche langen Wortkombinationen häufiger in der deutschen Sprache vorkommen, haben diejenigen, die für den Inhalt einer Website verantwortlich sind, spätestens bei schmalen Textspalten Probleme.
Da Browser keine Silbentrennung integriert haben, könnte man versucht sein, doch die verpönte harte Trennnung ins Auge zu fassen. Das bringt jedoch Probleme an anderer Stelle, denn Schriften laufen – je nachdem, was auf dem jeweiligen Rechner des Besuchers zur Verfügung steht – und abhängig von Browser und Plattform – unterschiedlich (siehe auch FAQ zu Schriften im Web). Jede kleine Änderung im Textfluss würde die "harte Trennung" als Fehler erscheinen lassen.
Ist Ihnen aufgefallen, dass im ersten Absatz eine Trennung enthalten ist? Es handelt sich dabei um etwas Besonderes, nämlich eine "weiche Trennung", etwas, was bisher im Web nicht verwandt wurde. In dem Wort sind gleich mehrere von ihnen eingegeben. Anders als ihre Geschwister, die "harten Trennungen", würde sie bei Vergrößerungen der Schrift und dadurch bedingten anderen Umbrüchen nicht als störender Fehler erhalten bleiben. Probieren Sie es ruhig mal aus, indem Sie den Textzoom Ihres Browsers nutzen und einen Reload der Seite veranlassen. Die hier verwandte Lösung der bedingten oder weichen Trennung lässt sich mit ­ oder ­ (soft hyphen) erreichen.
Dieses Zeichen ist tatsächlich sehr »schüchtern«. In UTF8 ist soft hyphen ein Zeichen wie jedes andere, sodass es nicht als HTML-Entität umschrieben werden muss. Wenn ­ also in ein gewöhnliches UTF8-Zeichen verwandelt wird, dann ist es meist (abhängig vom Editor) im HTML-Quellcode unsichtbar (oder versteckt) – siehe auch das Beispiel unten. Seine Wirkung, eine Trennung zu erlauben, entfaltet es dennoch – in jedem modernen Browser und auch im Internet-Explorer.
Deutsche Anführungszeichen, Gedankenstriche und vieles mehr lässt sich so auch im Web benutzen.
Leider sind unter dem Sonderzeichen-Tool des Rich-Text-Editors bis heute solche nützlichen Dinge wie weiche Trennungen nicht integriert. Man darf aber wohl vermuten, dass zukünftige Versionen des Rich-Text-Editors mehr Zeichen in der Dialog-Box der Sonderzeichen bieten.
Es bleibt für heute die Frage, wie sich die nicht aufgeführten „Schätze” (wie ­) nutzen lassen, wenn man nicht auf HTML zurückfallen will oder kann.
Auch wenn wir immer wieder davor gewarnt haben, einfach per "Copy and Paste" Text aus Word zu übernehmen, weil dabei viele störende Formatierungsanweisungen mitkopiert werden, zeigt dieser Weg Wirkung, weil die UTF8-Codierung mitkopiert wird. Nutzen Sie einfach einen Editor, der UTF8 unterstützt und kopieren dann das Wort mit der bedingten Trennung von dort in Ihren Text.
Eine weitere Voraussetzung sollte erfüllt sein: Ihre Typo3-Installation muss so eingestellt sein, dass UTF8 unterstützt wird. Dazu wenden Sie sich am besten an Ihren Administrator.
Auf einem Windows-Rechner können Sie soft hyphen mit gedrückter ALT-Taste auf dem Nummernblock der Tastatur als 0173 eingeben. Das funktioniert unter Umständen direkt im RichText-Editor. Sichtbar wird die Trennung aber – wie gesagt – i.a. nur, wenn sie auch zum Einsatz kommt.
Nach dem Sichern sind die eben noch sichtbaren Trennungen verschwunden. Funktionsfähig blieben sie trotzdem, weil die UTF8-Kodierung wirksam bliebt.
Würde der jetzt ohne Trennung erscheinende Text in einen UTF8-konformen Editor kopiert werden, würden sich die Trennungen auch wieder zeigen. Die Wirksamkeit demonstriert sich eindrucksvoll, nachdem ein Bild neben dem Text steht, dass einen Umbruch erzwingt. Ohne die Eingabe der bedingten Trennungen würde das Wortungetüm unter das Bild verbannt werden, weil die Textspalte neben dem Bild nicht genug Platz böte.
FAZIT: Bedingte Trennungen im Web sind gut möglich!

Danaudampfschifffahrtskapitänsmütze
