

(Zur aktuellen Situation (März 2010) siehe »Schrift im Web - nachgehakt«)
Schriften werden zur Informationsweitergabe eingesetzt, so ist es auch im Web. Schrift dominiert – trotz der ständigen Zunahme von Multimediainhalten – noch immer in diesem Medium. Umso erstaunlicher mag es erscheinen, dass es kein Mittel gibt, bei der Erstellung von Websites die Schriftart - auch Font genannt - eindeutig zu bestimmen.
Jede ordentliche Angabe einer Schrift für ein HTML-Element ist daher eine Wunschliste, die als letzten Posten eine der Angaben
enthält. Dahinter steckt die Erwartung, dass jeder Rechner und jedes Betriebssystem über mindestens eine Schrift der entsprechenden Klasse verfügt.
Ausserhalb des Webs scheint es eher selbstverständlich, dass ein Font auf dem eigenen Rechner installiert sein muss, wenn er dort benutzt werden soll. In Ausnahmefällen z.B. bei PDFs werden Fonts – soweit nötig – mit dem Dokument geliefert (eingebettet). Dabei wird 'künstlich' verhindert, dass der Font für andere Zwecke als die Anzeige und gegebenenfalls den Ausdruck des Dokuments genutzt werden kann.
Micro$oft hat – als man noch fürchten musste, das Web könnte zum Micro$oft-Net mutieren – das "Embedded Open Type"-Format eingeführt. Mit dem kostenlosen Programm WEFT kann ein Font konvertiert werden, sodass er ausschließlich für HTML-Dokumente einer Web-Domain funktioniert. Eine weitere ("orthogonale") Lösung des Problems "Font-Embedding" kam von Bitstream und ist nicht kostenlos. Da ausserdem das Einbetten von Fonts nicht per se erlaubt ist, gab es damit praktisch nicht zwei sondern keine Lösung.
Mit Core fonts for the Web wurde zuvor und parallel versucht, einige Micro$oft-Fonts omnipräsent zu machen. Offiziell verbreitet Micro$oft die Fonts jedoch schon lange nicht mehr.
Eine völlig neue Situation könnte nun dadurch entstehen, dass Safari die Einbettung von Fonts per @font-face (das auch der IE nutzt) erlaubt, ohne dass diese konvertiert werden müssen. Damit unterliegen sie keiner Einschränkung der Benutzung. Der kommende Firefox (3.1) und Opera (10) unterstützen diese Technologie ebenfalls. Leider ist die Unterstützung zum Teil noch 'sehr experimentell'. Die Resultate in Opera sind 'abweichend' und nicht jeder Font scheint 'akzeptabel'.
Daher ist unsere Empfehlung vorerst von der Einbettung abzusehen, wenn ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild auf allen Browsern angestrebt wird.
Abgesehen davon kommen zur Einbettung nur "freie" Fonts in Frage. Das bedeutet, dass diejenigen, die auf ihrer Website die eigene, in der Regel lizensierte Corporate-Design-Schrift präsentieren wollen, um möglichst viel Wiedererkennbarkeit herzustellen, wohl auch weiterhin in der Regel die Krücken, Schrift durch Graphik/Flash zu ersetzen, nutzen werden.
Interessante Möglichkeiten liefert @font-face aber schon jetzt wie das Bespiel zeigt:
<html>
<head>
<style>
@font-face {
font-family:folks;
src: url(FamousFolks.ttf);
}
body {
font-family:folks;
font-size:128px;
}
</style>
</head>
<body>
<span style="color:blue;">A</span>B<span style="color:red">C</span>D<span
style="color:green">E</span>F<span style="color:magenta">G</span><br />
H<span style="color:brown">I</span>J<span style="color:cyan">K</span>L<span
style="color:#d0d000">M</span>N<br />
<span style="color:magenta">O</span>P<span style="color:green">Q</span>R<span
style="color:red">S</span>T<br />
U<span style="color:#d0d000">V</span>W<span style="color:#a0a0a0">X</span>Y<span
style="color:blue">Z</span>
</body>
</html>
Screenshot dieser Seite im Explodierer 7
Screenshot dieser Seite im Opera 10
Screenshot dieser Seite im Firefox 3.1
Screenshot dieser Seite im Safari 4
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